Anathema + Anneke van Giersbergen + Petter Carlsen [02. Oktober 2010, Berlin]
Soweit ich mich erinnere, machte mich mein Brüderchen Mathias einen Tag vor dem Konzertticketvorverkaufsbeginn vorfreudig darauf aufmerksam, dass
Anathema, eine unserer Lieblingsbands, demnächst Station in Berlin machen würde. Den Startschuss konnte ich kaum erwarten, und so campierte ich nahezu vor der Anzeige des Countdowns. Als nach Ablauf jedoch nirgends eine Option zum Ticket-Kauf zu finden war, wurde ich doch leicht panisch. Vielleicht ein bisschen mehr...
Schlau, wie ich manchmal bin, schrieb ich den vermeintlichen Ticket-Verkäufer an, und... keine Ahnung... bla blubb... ein paar Tage später hielt ich die Konzertkarten in meinen Händen.
Mit dem Auto fuhren wir am Nachmittag des 2. Oktober 2010 nach Berlin. Ziel war - wie einige Male zuvor - der ColumbiaClub, den wir auch fast im ersten Anlauf erreichten. Wie geplant, nutzten wir die Zeit bis zum Einlass, um uns die Bäuche beim Griechen um die Ecke vollzuschlagen. Böser Fehler! (siehe
Review des Backyard-Babies-Konzerts)
Petter Carlsen stand schon etwas verloren, singend und Gitarre spielend, auf der Bühne, als wir den kleinen Club betraten (und ich den Merchandising-Bereich ansteuerte... Ausbeute: ein schlichtes schwarzes Anathema-Girlie-Shirt mit silbernem Bandnamenaufdruck vorn und weißen Engelsflügelchen hinten). Ohne die Pausen zwischen den Songs hätte man meinen können, es sei nur ein einziges laaaanggezooogenes Musikstück gewesen. Ebenso danach, als
Anneke van Giersbergen (richtig!: ehemals Frontfrau bei
The Gathering) das Publikum, welches vom Durchschnittsalter dem beim
The-Cure-Konzert entsprochen haben könnte und nur noch von dem beim Roland-Kaiser-OpenAir-Spektakel (um Längen!) geschlagen wurde, mit ihren zarten Kompositionen und ihrem einschläfernden Gesang verzauberte. Bloß mich nicht so richtig. Mir war an dem Abend eher nach Rock'n'Roll.
Es folgte eine ziemlich lange Pause. 30 Minuten oder so. Ich schätze, zu dem Zeitpunkt rumorte mein Magen längst, und so dauerte es nicht mehr lange - bloß ein paar Songs - bis ich mich nach draußen, in den zugigen Biergarten, verzog, um meinen 'rumzickenden Magen mittels Stress lösender Atmung (tiiiiief ein, tiiiiief aus) an frischer Luft und positiver Gedanken zu beruhigen. Auf diese Weise nahm ich den größten Teil des Auftritts von Anathema lediglich (bzgl. der Geräuschkulisse) gedämpft und (bzgl. des Empfindens) wie in Trance wahr. Nun ja, das Konzert soll supergeil gewesen sein, hab' ich gehört. Lese ich mir die Setlist (siehe unten) durch, glaube ich das sofort. Erahnen konnte ich es...
Setlist
Thin Air
Summernight Horizon
Dreaming Light
Everything
Balance
Closer
A Natural Disaster
Angels Walk Among Us
Presence
A Simple Mistake
Deep
Pitiless
Forgotten Hopes
Destiny Is Dead
Shroud Of False
Lost Control
Destiny
Empty
Panic
Temporary Peace
Flying
Get Off, Get Out
Universal
Hindsight
Zugaben:
Are You There?
Parisienne Moonlight
One Last Goodbye
Fragile Dreams