Rueckblende

Samstag, 17. Dezember 2005

damals,... vor drei Jahren

Apocalyptica- Prelistening [17. Dezember 2002, Hamburg]

A. hatte zwei Tickets fürs Prelistening von Apocalypticas Reflections gewonnen und mich gnädigerweise dazu eingeladen...

Unverzüglich nach der Herausgabe des Schlüssels und der Papiere unseres Mietwagens, den wir bei AVIS bestellt hatten, eilten A. und ich zur Markthalle, in der das Treffen stattfinden sollte. Erfreulicherweise kannten wir den Weg dorthin bereits; Sentenced hatte etwa einen Monat zuvor dort aufgespielt. Wir waren spät dran, darum hätten wir uns weiteres Umherirren (nach der Suche des AVIS-Schalters) nicht leisten können.

Die abschreckende Treppe erwartete uns wieder, aber diesmal bildete sich darauf keine Menschenschlange... alle (?) geladenen Leutchen hatten den Eingang schon vor uns passiert; es gab keine Kontrolle, also schlüpften wir in die Halle. Just in dem Augenblick startete der eigentliche Einlass. Wir beide hatten das Glück, zu den ersten Herrschaften, deren Namen auf der Gästeliste abgehakt und die mit jeweils einer Flasche Smirnoff ice begrüßt wurden, zu zählen. Gutes Timing! :-)

Diesem Super-Timing verdankten wir es zudem, in dem Veranstaltungsraum wunderbar bequeme (mit schwarzem Stoff bezogene) Sessel belagern zu können. Es waren nämlich nicht für sämtliche Anwesenden Sitzmöbel vorhanden.

Zum Ambiente:
Sitzgruppen mit kleinen runden Tischen waren in dem abgedunkelten Raum angeordnet, und hohe, schmale Tische luden dazu ein, stehend zu verweilen. Auf vielen Tischen befanden sich rote Grabkerzen, deren Licht eine warme Atmosphäre hervorbrachte.
In der Mitte des Raumes war eine kleine Bühne, auf der auf einem schlanken Podest, welches hervorragend ausgeleuchtet war, ein CD-Player stand und die durch metallene Gerüste und Lautsprecherboxen eingerahmt wurde, aufgebaut.
Hinter der Bühne war die Bar gelegen.

Ich hatte angenommen, es würden sich ca. ein Dutzend Leute, von denen Musik-Journalisten den Großteil ausmachen würden, dort aufhalten. Stattdessen waren (laut Augenmaß!!!) ungefähr 40 bis 50 Schau-/Hör-Lustige anwesend.

Mit Verspätung betraten die verbliebenen (nachdem Max die Band verlassen hat) drei Apo-Cellisten die Bühne (kurz vorher standen Eicca und Perttu in unmittelbarer Nähe von A. und mir), und Eicca (= der langmähnige Mastermind von Apocalyptica) verlor ein paar Worte zum im Februar 2003 erscheinenden Album. Begleitet wurde seine "Ansprache" von 'nem Blitzlichtgewitter.

Danach wurde der CD-Player in Gang gesetzt, und wir durften etwa 50 Minuten lang staunen, träumen, headbangen, in Verzückung geraten....

Fest steht, dass sich die Band weiterentwickelt hat! Erstens werden ausschließlich Eigenkompositionen der Finnen auf dem neuen Album zu finden sein, und zweitens werden nicht nur Cellos zu vernehmen sein. Unter anderem hat Dave Lombardo (Slayer) bei sechs der Songs die Drums bearbeitet; des weiteren konnte ich bei mindestens zwei Stücken wunderschöne Piano-Parts heraushören. Andere Instrumente scheinen auch noch einzuwirken.

Alles klingt experimentierfreudiger, frischer, gereifter, abwechslungsreicher. Traumhaft-romantische sowie halsbrecherische Musikstücke sind vertreten... jedes enorm emotional aufwühlend.

Hmmm, da ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit anderen gegenüber erwähne, dass "reflections" an meinem Geburtstag 'rauskommen wird, rechne ich mit mehreren Exemplaren als Geschenk an mich. *lach*

Leider verteilte Apo keine Promo-CDs.

Nach dem Musik-Genuss standen die drei schnuckligen Finnen, die übrigens aus der Ferne viel größer auf mich wirkten, als sie tatsächlich sind, zum Gespräch und zum Fotosschießen zur Verfügung.

Selbstverständlich holte ich mir reichlich Autogramme (ich ließ das booklet zu "cult" für mein Brüderchen sowie meine "Apocalyptica plays Metallica"-Scheibe und meine inzwischen geleerte Smirnoff-Flasche von den total lieben und netten Jungs signieren) und machte ein paar Aufnahmen.

Gegen 23:30 Uhr - noch vorm offiziellen Ende des Treffens - machten A. und ich uns auf die Socken zum Parkhaus und fuhren dann mit "unserem" Elch-Mercedes Richtung Berlin los.

alles in allem: Ein Abend, an den ich mich sicherlich noch laaaange mit einem Lächeln auf den Lippen erinnern werde. :-)


Sonntag, 20. November 2005

damals,... vor zwei Jahren

Marilyn Manson + Peaches [20. November 2003, Berlin]

Der angekündigte "special guest" stellte sich als Peaches heraus. Zum Glück hatte ich vorher davon Wind bekommen, also machten wir - A. & ich - uns absichtlich später als gewöhnlich gen Ex-Velodrom auf die Socken.

Dort eingetroffen - mittlerweile war Peaches schon am Rumplärren - reihten wir uns in die Warteschlange ein. Erfreulicherweise wurde man relativ schnell abgefertigt. Und "schwupps!" waren wir drin!

Nachdem meine Jacke abgegeben, die Damentoilette aufgesucht, 'ne Cola verdrückt und die Ohrstöpsel platziert war(en), erstürmten wir die eigentliche Konzerthalle.

Die restlichen Peaches-Darbietungen, die doch etwas besser waren als das, was wir im Sommer vorm Björk-Auftritt erdulden mussten, verfolgten wir mit leichtem Amüsement.

Ehe es mit Manson weiterging, lud die nicht enden wollende Umbaupause dazu ein, das Publikum genauer zu betrachten. Wie beim letzten Mal (Februar 2001) setzte sich selbiges aus den unterschiedlichsten Leutchen zusammen.... Punks, Metaller, Grufties, Glatzen, "Normalos" und ein paar Manson-Doubles.

Mit "this is the new shit" eröffneten die Glam-Rock-Boys von Marilyn Manson ihren Teil des Konzert-Abends. Es folgte ein musikalischer Querschnitt durch (nahezu) alle bisher veröffentlichten Silberlinge der Band; so feierten die angereisten Fans bei den hingebretterten Songs, wie z.B. "tourniquet", "great big white world", "disposable teens", "coma white", "tainted love", "sweet dreams", "rock is dead", "the dope show", "the beautiful people", "the fight song", "irresponsible hate anthem", "the golden age of grotesque" u.a., mächtig ab.

Die Show war - wie üblich/erwünscht/erwartet - erste Sahne... und leider schon nach ca. 75 min (inklusive einer Zugabe) vorbei. ... Wie frau es kennt, wechselte Mansons Outfit so dann und wann... und zwar parallel zur Umgestaltung der Bühnendekoration. ... Als visuelle Verstärkung hatte Manson zwei hübsche Tänzerinnen, die ihre weiblichen Reize prima auszuspielen vermochten, dabei.

Was noch?

Von der Stimmung her war's ähnlich, wie mein erstes Manson-Konzert-Erlebnis; allerdings hatte ich seinerzeit mehr Spaß.

Hmm...

Hätte ich damals - vor zwei Jahren - gewusst, dass ich A. nie wiedersehen würde, dann...

Dienstag, 8. November 2005

damals,... vor vier Jahren

Lacrimosa + To/Die/For [8. November 2001, Berlin]

To/Die/For...

Im Vergleich zum Albuminhalt waren die live- performten (darf frau das so schreiben?) Songs eher gitarren- lastig und weniger mit Keyboardsounds zugekleistert. Die Atmosphäre war melancholisch-düster... wie sonst? sehr stimmungsvoll, traurig, intensiv, berührend, mitreißend, ... wunderschön!

Aufgefallen ist mir, dass ich wohl die Einzige war, die die Texte mitsang, da hauptsächlich Lacri- Fans die Columbiahalle füllten.

Und wie immer war der Auftritt zu schnell vorbei.

Als Lacrimosa theatralisch auf der Bühne erschien, stand ich mit meinem zweiten Glas Wein in der Merchandising- Ecke und suchte mir ein To/Die/For- T-Shirt aus. ...

Wenige Minuten später tauchte ich in die schwarze Masse ein und genoss das mir (und den anderen Anwesenden) gebotene Konzert.

Vielleicht ... nein! mit Sicherheit! lag's am Weinrausch, dass ich das alles nur noch als lustig empfand.

komisch... ich fühlte mich richtig gut dabei

Ich kann's nicht beschreiben. Es war eigenartig. Traurige Texte... und ich fand's lustig. Bestimmt ist's das falsche Wort. Schön war's!

Die Show war bombastisch.

Lacri durfte erst nach der dritten Zugabe von der Bühne gehen. Nun ja, sie taten's einfach, obwohl auch dann noch "Zugabe, Zugabe"- Rufe durch die Halle waberten.

Samstag, 15. Oktober 2005

damals,... vor drei Jahren

The 69 Eyes + Sulpher [15. Oktober 2002, Berlin]

Was sich auf Anhieb (bin bereits fleißig dabei, Details zu vergessen) von meiner Gedächtnis-Kartei "69-Eyes-Konzi + Drumherum" abrufen lässt, liest sich wie folgt:

Gemäß Information auf der Eintrittskarte sollten sich die 69 Augen am vergangenen Dienstag um 21 Uhr auf der Bühne des ColumbiaFritz einfinden. Via Internet hatten wir in Erfahrung gebracht, dass Sulpher, die dann mit düster-angehauchten Rock/Metal(?)-Electro- Tönen aufwarteten, als Support gebucht waren.

Weil es immer so eine Sache ist, nach 'nem Konzibesuch 'ne U-Bahn Richtung Wohnung zu erwischen, nahmen wir vorsorglich das Auto. Die Parkplatzsuche verlief überraschenderweise problemlos. Das mag daran liegen, dass an jenem Abend nichts in der Columbiahalle steigen sollte.

Auf dem Weg vom Parkplatz zum anvisierten Veranstaltungsort sichteten wir nur vereinzelt Leute, die eindeutig so aussahen, als hätten sie dasselbe vor (wie wir). Vor der Halle waren's dann doch ein paar mehr. Kurzum: Das ColumbiaFritz war etwas später brechend voll.

Beim Einlass ging uns mein Brüderchen verloren. Obgleich es (also das Brüderchen) in dem gesitteten Gedrängel (widerspricht sich das?) direkt hinter A. und mir stand, war der "Kleine" auf einmal verschwunden, als wir uns nach dem Abchecken von Ticket, Tasche und Körper nach ihm umsahen. PANIK!!! ;-)

Wenn mich nicht alles täuscht, hat er es bewältigt, in den verbleibenden ca. zwei Metern bis zur Tür so ziemlich allen Leuten, die vorerst hinter ihm standen, den Vortritt zu geben. Großes Aufatmen, als der Kleine endlich die Vorhalle betrat.

Nachdem wir unsere Jacken abgegeben, den Merchandisingstand, wo unter anderem Sulpher-Shirts mit der Aufschrift "my fuck is harder than a prison fuck" und 69-Augen-Aufkleber, die die Finnen als "Helsinki Vampyres" bezeichneten, angeboten wurden, belächelt und unseren Durst gestillt hatten, ging's los. [Ach ja, auf der Toilette war ich vorher auch noch. (Welch' winziges, enges Etwas von einer Bedürfnisanstalt!)]

Zur Musik Sulphers hatte ich ja eingangs 'was geschrieben. Als Opener war die Band akzeptabel... nicht unbedingt innovativ, aber ganz nett als Einstieg in einen gothic-lastigen Klänge-Abend. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich sogar lieber ein full-time-Konzert von Sulpher (anstelle des von den Augen) hören wollen, denn von der Atmosphäre, die erzeugt wurde, her, lag mir die mir bis dato fremde Band an jenem Abend eher.

Nach der üblichen Umbaupause, während der die Wirkung des heruntergestürzten Rotweines merklich nachließ, kamen - unter enthusiastischen Begrüßungen seitens des Publikums - The 69 Eyes auf die Bühne.... und ich hatte keinerlei Bock auf die Poser. Es war sowieso nicht gerade ein Abend, an dem ich große Lust dazu hatte, einem Konzert beizuwohnen.

Der Zigarettenqualm reizte mich, sodass ich Mühe damit hatte, mein Gehüstel möglichst zu minimieren; des Weiteren sah ich alles verschwommen, da ich mit meiner Ersatzbrille (mit schwächeren Gläsern, als ich sie bräuchte) unterwegs war, weil meine "Alltagsbrille" bei meinem Optiker zur Reparatur herumliegt.

Wie dem auch sei...

Die ersten 15 oder 20 Minuten waren schlichtweg fade. Live hörte sich das poppige Zeug der „paris kills"-CD viel blöder an, zumal Jyrki, der posende Sänger der Gruppe, den Text nicht 100%ig zu beherrschen schien und manchmal falsch sang oder einfach vor sich hin brubbelte. A. meinte hinterher, die Instrumente seien nicht ordentlich eingestellt gewesen. Mir ist das gar nicht aufgefallen; womöglich deswegen, weil mir allein das Gepose und Falschsingen schon tierisch auf den Keks ging.

Als zu rockigen Songs von "wasting the dawn" sowie "blessed be" gewechselt wurde, stieg meine Begeisterung um ein Vielfaches. Das war dann gar nicht 'mal sooo schlecht. ;-)

Vor den beiden Zugaben ("Stigmata" und "Brandon Lee") wurden wir vom halbnackten [*lechz*] Drummer darauf aufmerksam gemacht, dass Jyrki Geburtstag hat (wäre wohl keinem in den Sinn gekommen... HAHA!!! Ständig brüllten irgendwelche Leute "Happy Birthday, Jyrki!" während der kurzen Pausen zwischen den Songs.) und dazu aufgefordert, dem offensichtlich angesäuselten Spargeltarzan ein Ständchen darzubringen. Naja... Als die letzten Töne von "Brandon Lee" verhallten, scheuchte ich meine Begleiter zur Garderobe. Ich wollte nur noch 'raus...

Wahrscheinlich hätte ich mehr Spaß gehabt, wenn ich a) besser hätte sehen können und b) völlig gesund gewesen wäre. Dies bitte ich dabei zu berücksichtigen. ;-)

...

by the way: HAPPY BIRTHDAY, JYRKI! :-)

Donnerstag, 29. September 2005

damals,... vor vier Jahren

Woodstage-Trockenkonzi [29. September 2001, Chemnitz]

Es hätte sich nicht gelohnt, vor dem Woodstage- Trockenkonzi nochmal nach Hause zu fahren, also blieb ich bis zum 28. Sept. in Berlin.

An jenem Freitag Nachmittag düsten wir gen Süden, um uns dann übers WE in A.’s Elternhaus, das sich unweit von Chemnitz befindet, niederzulassen.

Gemäß Veranstalter sollten am Samstag gegen 15:30 Uhr die Tore der Eissporthalle geöffnet werden und das Nachholkonzi um 17 Uhr beginnen. Wir waren irgendwann zwischen 15:45 und 16 Uhr dort, und eine Ansammlung „Schwarzer" und ungewöhnlich viel Buntvolk wartete bereits vor der Halle, aus der später Krach (das übliche „Eins, Zwo..., ziiiiissssch, tsssschaaa,..." usw. sowie Instrumentengeklimper) zu vernehmen war.

Von K. und seiner Schwester, der ich das Woodstage- Ticket meines Brüderchens geschickt hatte, war weit und breit nichts zu sehen. Da ich versuchen wollte, die beiden aus der Menge heraus zu entdecken, zückte ich mein Handy vorerst nicht. (Wer meint, meine Telefon- Phobie hätte damit etwas zu tun, hat völlig Recht. A. hat mich des Öfteren dazu animiert, K. anzurufen, aber ich blieb stur.)

Nach einer Weile smste ich K., wir würden uns in der Sonne - abseits der Menschenmenge - aufhalten. Da die Sonne die dumme Angewohnheit hat, ihre Position am Himmelszelt zu verändern, wichen wir dem Schatten immer weiter aus und entfernten uns zusehends von unserem Ausgangsstandort und immer mehr vom Einlass.

Irgendwann rief ich K. an (ich weiss nicht mehr, ob’s vorm SMSen oder danach war), jedenfalls konnte ich ihn nicht erreichen, weil er sein Handy lahmgelegt hatte. :-(

Gegen 18 Uhr öffneten sich die Pforten, das Drängeln setzte ein, unsere Tickets wurden kontrolliert und in Müllsäcken verstaut (*grummel* Das 1. Konzi- Ticket, das ich nicht als Andenken in meine Sammlung packen konnte.)

In der Eissporthalle nahmen A. und ich Sitzplätze, die mit Nummern versehen sind, ein. K. smste ich unsere Position durch, sodass er uns leichter orten konnte.

Accessory, eine Electro- Band mit hohem Nervfaktor aus Chemnitz, die mir schon beim Woodstage negativ aufgefallen war, war der Opener.

Bevor Zeromancer die Bühne betrat, tauchten K. und sein Schwesterlein endlich auf. Wir begrüßten uns und lauschten der laaaaangen „Eröffnungsshow" des nahenden Auftritts. Bis Zeromancer erschien, vergingen etliche Minuten, die das Publikum damit verbrachte, die Videoleinwand, auf der u.a. ein rasselndes Telefon zu sehen war, anzustarren. Der eingespielte Spruch, der in etwa „you’re No. xyz... please hold the line..." lautete, ging mir nach wenigen Minuten extrem auf den Keks. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, ehe der virtuelle Telefonhörer abgenommen wurde und darauf der Einmarsch der erwarteten Band erfolgte. (Während dieser ganzen Prozedur machten K. und ich uns über diesen Schnickschnack lustig.)

Als die Lyrics zu „clone your lover" auf die Leinwand projiziert wurden und das Publikum mitträllerte, konnte ich einen Lach- (oder Wein- ???) Krampf gerade noch so unterdrücken.

Die Videosequenzen lenkten total von den agierenden Bandmitgliedern ab. Wäre die Bühne leer gewesen und wären die Songs von CD abgedudelt worden, hätte ich’s wahrscheinlich gar nicht bemerkt.

Der Auftritt war dennoch ganz nett, aber nach dem dritten Zeromancer- Konzert hab’ ich erstmal genug von denen.

Als sich Pitchfork’s Performance ankündigte, verließen wir unsere Sitzplätze und stürzten uns ins Getümmel.

Hey, und was soll ich dazu sagen? Ich war begeistert. :-)

Laut K. befindet sich in Chemnitz ein (oder DER?) Fanclub von PP; dementsprechend waren natürlich sehr viele Anhänger der Band, die ihren Idolen einheizten, zugegen. Die Stimmung war bombastisch; das uns Dargebotene ebenso.

Nachdem Pitchfork von der Bühne verschwunden war, lichteten sich die Reihen in der Halle. Den Bühnenumbau nutzte ich dazu, die Damen- Toilette, die zu jenem Zeitpunkt stark frequentiert wurde, aufzusuchen. Mein drei- köpfiges Gefolge wartete derweil auf mich. (Warum mir die Drei hinterhergelaufen waren, weiss ich bis heute nicht.)

Zu Wolfsheim muss ich auch nicht viel schreiben...
Heppner stand an seinem Pult, auf dem ein Textbuch lag, und der andere Typ klimperte abwechselnd auf einem Laptop und einem Keyboard herum. ...
Zwei- oder dreimal verpatzte der Gute den Einsatz, was für ihn normal zu sein scheint. Ansonsten... hmmm... seine Stimme klang so, wie auf CD... und das war das Positive an dem Konzert.

Ein Kontakt zum Publikum bestand eigentlich gar nicht. Nach jedem zweiten oder dritten Song bedankte sich Heppner kurz für den Applaus, und wenn’s hoch kam, sagte er den nächsten Song an; das war’s.
Ach ja... „künstliche Welten" widmete er einem Mädl aus dem Publikum, das an jenem Tag Geburtstag hatte. Er meinte, sowas würde er zum ersten und gleichzeitig letzten Mal tun.
Das Wolfsheim- Konzi zog sich wie Kaugummi dahin, war fade und ermüdete mich (und die anderen wohl auch). Trotzdem blieben wir bis zum Schluss.

Als es vorbei war, gingen wir zum Parkplatz und suchten A.s Auto. Wir wollten K. und M. (seine Schwester) zu deren Gefährt transportieren, da M. gegen Kreislaufbeschwerden anzukämpfen hatte und die beiden noch eine längere Strecke bis zu deren Auto hätten laufen müssen. Leider kamen wir nicht vom Parkplatz herunter, also entschlossen wir uns dazu, die beiden bis zu deren Parkplatz zu Fuß zu begleiten. Als wir den erreicht hatten, brachte uns K. wieder zurück, wir verabschiedeten uns und machten uns auf den Heimweg (ähm... also zu A.’s elterlichem Haus).

Sonntag, 25. September 2005

damals,... vor vier Jahren

Tristania + Rotting Christ + Vintersorg + Madder Mortem [25. September 2001, Berlin]

Am 25. September sollten Tristania, Rotting Christ, Vintersorg, Finntroll und Madder Mortem anlässlich der world-of-glass- Tour eine Stippvisite im Razzle Dazzle in Berlin einlegen. Mich interessierte eigentlich bloß die zuletzt genannte Band, da ich von den anderen bis dato lediglich den Bandnamen - und keinerlei musikalische Ergüsse - kannte.

Ungefähr eine Woche (plus ein paar Tage, schätze ich) vor dem angesetzten Konzerttermin, machten A. und ich uns auf die Suche nach Tickets. A. klapperte alle (?) Vorverkaufsstellen in Berlin ab.... ohne Erfolg! Unser Plan B war es, direkt beim Veranstalter um die begehrten Karten zu bitten. Nach dem Durchblättern diverser Düster- und Metal- Zeitschriften, konnten wir selbst den nicht identifizieren. Also musste schnell ein Plan C her. Zunächst durchsurfte ich das www nach nützlichen Informationen und fand dabei heraus, dass Finntroll die Tour abgesagt hatte. :-(

Plan D war dann auch schnell ausgetüftelt: Razzle Dazzle kontaktieren. Tja, unser größter Erfolg war es, den Anrufbeantworter des Clubs an die Strippe zu bekommen, was uns nicht wirklich weiterhalf.... nichts mit Kartenvorbestellung! Und wir zweifelten sogar schon die Richtigkeit des angekündigten Events an.

Weil alle unsere Bemühungen, an Karten zu kommen, nicht fruchteten, entschlossen wir uns (was hätten wir sonst tun können?), das Risiko, vor verschlossenen Toren zu stehen - bzw. bei tatsächlichem Stattfinden des Konzerts, keine Tickets mehr abstauben zu können - , einzugehen. Gesagt, getan.

Ursprünglich hatte ich vorgehabt, am Vormittag jenen Tages mit Bus & Bahn Richtung Berlin zu starten, sodass A. und mir genug Zeit bleiben würde, bereits am Nachmittag zum Club zu tingeln, um zu erfahren, ob überhaupt irgendwas dort steigen würde. Dann aber hatte ich mich meinen Eltern und meinem Bruder, die mit dem Auto in die Hauptstadt fahren wollten, um meinen Neffen dort im Krankenhaus zu besuchen, angeschlossen.

Gegen 17 Uhr selbigen Tages verließen wir die Säuglings- Intensivstation, meine Eltern setzten mich an der nächsten U-Bahn- Station ab, und ich wuselte mich bis zu A.’s Wohngegend durch. Als ich an der Zielhaltestelle angelangt war, verließ mich mein kärglicher Orientierungssinn vollends. Also rief ich A., der mich halbwegs aus dem „Irrgarten„ lotste, an. Er kam mir sogar entgegen, denn ich hatte - man glaubt es kaum! - doch noch den richtigen Ausgang gefunden.

Ich schweife ab, oder?

In A.’s Wohnung angekommen, stärkten wir uns bei einem kleinen Plausch, und danach belagerte ich das Bad, um mich zurechtzumachen. [Dummerweise hatte ich mich erneut dazu entschieden, meine Stiefel, die mir schon während des WGT die Hölle auf Erden bereiteten, anzuziehen. Darum verlief das folgende Konzert für mich mit grausamsten Qualen und dem ständigen Wunsch, meine schmerzenden Füße irgendwie zu entlasten, was aber kaum möglich war, denn alle Sitzplätze waren besetzt, und auf den Boden wollte ich mich nicht begeben, da mir das Gerangele im Club zu groß = zu gefährlich war.]

Vor einiger Zeit erlebte A. einen Auftritt von Nightwish im Razzle Dazzle, deshalb wusste er, wo der besagte Club gelegen ist.

Nach einer relativ langen U- und S-Bahn- Fahrt und einem Fußmarsch (meine Füße!!! uuaaaah!), während wir uns einen Plan E überlegten, sollten wir auf das musikalische Vergnügen verzichten müssen, sichteten wir einige schwarz- gekleidete Leute vor uns und atmeten erleichtert aus. Nachdem wir einen dunklen Hof (?) passiert hatten, der weitere Nachtmenschen zu Tage förderte (wow! welch’ Formulierung!), erblickten wir die „Abendkasse„, stellten uns an und ergatterten die heiß- begehrten Tickets.

Etwa 30 min später tat sich ‘was auf der Bühne.... und Madder Mortem ließ sich sehen. Ich musste unbedingt mit meinem vollen Durchblick angeben und hab’ die Frontfrau von MM glatt mit ihrem Bruder, dem Gitarristen, verwechselt. Oh, Gott, war das peinlich, als Agnete (als letzte) auf die Bühne kam, und ich meinen Irrtum richtigstellen musste. A. fragte mich noch mehrmals, ob ich mir sicher sei, dass der Gitarrist männlich ist. Ich dazu: „Jaahaaaa, das sieht man doch!!! *grummel*"

Mir kam es so vor, als hätte MM allen Fans - außer meiner Wenigkeit - den Zutritt ins Razzle Dazzle verweigert. Soll heißen: große Begeisterung wollte bei denen nicht aufkommen, was mich erstaunt, denn musikalisch und stimmlich waren sie klasse! :-)

Gespielt wurden drei Songs von „all flesh is grass", zwei vom 1. Album namens „Mercury" und einer vom demnächst erscheinenden Silberling. (oder waren’s zwei brandneue und ein alter? *grübel*) Wie dem auch sei... ich fand’s spitzenmäßig. Agnete’s Stimme ist live nicht schlechter als auf Platte. ... beeindruckend, was diese Frau aus ihrer Kehle schmettern kann! An ihren Jungs hatte ich auch nichts auszusetzen. SUUUUUPER! :-) .... nur viel zu kurz.

Nach einer kleinen Umbaupause war Vintersorg dran.

Inzwischen hatten A. und ich unsere Position in der 2. Reihe aufgegeben und waren ein Stückchen nach hinten gerückt. Ab dem Auftritt Vintersorg’s war’s einfach nur extrem laut, und ich hab’ mich wiedermal darüber geärgert, kein Oropax zu besitzen. (mittlerweile hab’ ich mir welches gekauft)

Wie oben erwähnt, kannte ich die Typen noch nicht, war allerdings nach einer Weile des Eintauchens in die mir dargebotene Musik hellauf begeistert.

Wie ich bemerkte, taute das Publikum, das größtenteils aus Metalheads und „Schwarzen" bestand, nach und nach auf....hmmm... oder es waren einfach nur mehr Fans von denen anwesend. Jedenfalls gab es auch bei denen nichts zu meckern... abgesehen davon, dass ich noch nicht schwerhörig genug war/bin, um die Lautstärke als angenehm empfunden zu haben.

Die folgende Pause nutzten wir zum Durststillen. (Cola! nix Alkohol!) Ach ja, und ich hielt krampfhaft nach einer Sitzgelegenheit Ausschau.... wieder erfolglos.

Als Rotting Christ spielten, setzten Kopfschmerzen bei mir ein. Es war nicht bloß laut, sondern zudem recht unmelodiös, was die da boten. Ich hab’ nichtmal verstanden, in welcher Sprache „gesungen" wurde. Dennoch fand ich deren Darbietung nicht schlecht. Ein wenig zu eintönig für meinen Geschmack, ja, jedoch durchaus hörbar. Außerdem brachten mich meine Stiefel um, sodass ich nicht länger dazu bereit war, die Musik zu genießen.

Viel aufregender fand ich es, die headbangenden Damen und Herren zu beobachten.

Eine kleine Episode dazu: Zwischen einem schwarz- gewandten Mädl und mir saß ein junger Mann in seinem Rollstuhl. Die schwarze Dame, die ihre lange Mähne rhythmisch kreisen ließ, überzeugte sich mehrmals zwischendurch davon, dass sie dem Rollifahrer keine Unannehmlichkeiten bereitete. Dem scheint’s nichts ausgemacht zu haben, ab und an die Haarpracht der Dame im Gesicht gespürt zu haben. Der Anblick fliegender Mähnen (und derer waren an jenem Abend viele zu sehen) im Rausch der Musik ist schon ‘was Tolles. :-)

Eine weitere „Sehenswürdigkeit" war die Herrentoilette, die die ganze Zeit offenstand und von meiner Position während des Auftritts von Rotting Christ gar wunderbar einzusehen war. bäääääh!

Als letztes enterte Tristania die Bühne, und ich war froh, dass das Ende des Konzerts nicht mehr lange auf sich warten lassen würde, denn es fiel mir immer schwerer, die Schmerzen in den Füßen zu ertragen.

Die Band erinnert mich stark an L’Âme Immortelle: eine hübsche Sängerin mit einer zuckersüßen Engelsstimme (naja...) und ein Kerl, der tiefe, böse Laute von sich gibt. Tristania verfügen zusätzlich über einen Sänger (sowie einige Instrumentalisten: Keyboarder, Drummer, Gitarrist, Bassist), der eine recht angenehme Gesangsstimme vorweisen kann. Eben jener gefiel mir von den drei Frontherrschaften am besten, obwohl sein Micro wohl zu leise eingestellt und er kaum zu vernehmen war.

Die Sängerin setzte sich gekonnt in Szene, ließ ihre Reize spielen... .... Die anwesenden männlichen Konzibesucher konnten sich wirklich nicht beschweren. Jedes Mal, wenn sie ihren Durst stillen wollte, beugte sie sich grazil bis zur Wasserflasche hinunter und zeigte dabei, was sie zu bieten hat.

Naja, mich hat der lockenköpfige (dritte) Sänger mehr gereizt.

Tristania war die einzige Band des Abends, die sowas ähnliches wie eine Show geboten hatte.
Deren Musik ist nicht übel, muss ich aber nicht auf CD haben.

Alles in allem: eine recht nette Veranstaltung.

A. wollte gar nicht gehen, weil er bis zum Schluss dachte, Finntroll würde doch noch auftreten. Er hat sich gewundert, als nach Tristania niemand mehr auf die Bühne kam. Ich musste ihn erst davon überzeugen, dass das Konzert vorbei war.

Auf dem Nachhauseweg verpassten wir die letzte U- Bahn und leisteten uns eine teure Taxifahrt. ...

Dienstag, 13. September 2005

damals,... vor zwei Jahren

Apocalyptica + The Rasmus + Lambretta + Sandra Nasic [13. September 2003, Berlin]

Wie üblich - seitdem A. nicht mehr über einen fahrbaren Untersatz verfügt - benutzten wir öffentliche Verkehrsmittel, um zur Columbiahalle zu gelangen. Wie nicht anders erwartet, trafen wir dort auf seeehr viele Teenager, die ausschließlich (?) wegen The Rasmus angereist sein mussten. Auf den ersten Blick ließ sich erkennen, dass die Halle später brechend voll sein würde.

Um 19:30 Uhr sollten die Tore geöffnet werden; eine Stunde danach standen wir noch immer draußen. Als wir dann endlich die „Abfertigung" hinter uns hatten, war die Setlist des Openers (1. Überraschung: Lambretta) ungefähr 1/3 ‘rum. :-/

Da der Auftritt der Band um die süße Frontlady aufgezeichnet wurde (wie auch die anderen beiden folgenden Konzerte), wurde das Publikum ganz besonders (mitunter durch peinliche Einheiz-Sprüche seitens der Sängerin) aus der Reserve gelockt. Mein Eindruck von deren Teil des Abends: 1. Sahne!

Als The Rasmus nach der obligatorischen Umbaupause auf der Bühne erschien, waren die anwesenden Mädchen nicht mehr zu halten... grausig! Meine Güte, die Teens haben ALLE Songs mitgegröhlt! Hmm, ich kannte vorher EIN Lied von denen, welches ständig auf MTVIVA zu hören ist; und selbst dessen Text hätte ich nicht richtig - geschweige denn, vollständig - wiedergeben können. Meine Meinung: nette Klanggebilde, aber nervige (weil weibisch-verschnupfte, lasche) Vocals.

Die folgende Pause war laaang.... technische Probleme und so. Es hagelte Buuh-Rufe.
Als die Rauchmaschine damit begann, wallende Nebelschwaden zu produzieren (ich schätze ‘mal, DAS Ding war das Problemkind), ging’s los.

Diesmal war Apo zu dritt da... mit der Live-Verstärkung aus alten Zeiten, aber ohne Paavo, der daheim blieb, weil er in derselben Woche Papa geworden war. Ein Drummer - NICHT Lombardo - vervollständigte die Truppe.
Alles war so, wie man/frau es von den apokalyptischen Cellisten kennt: schöne Musik und lustige Ansagen/Sprüche (z.B. Eicca über Perttu: „...classical asshole!").

Ach ja... inzwischen war das Publikum merklich geschrumpft... es ging auf Mitternacht zu, das heißt, die Teens mussten ‘raus... naja, sie wären wohl auch so gegangen...
Bei "far away" stieß Linda Sundblad (Lambretta) zu den Dreien und performte ihren Part des Songs. WUNDERSCHÖÖÖÖN! :-)
Die 2. Überraschung war ein Duett mit Sandra Nasic, die Apo gaaaanz zufällig Backstage getroffen hatte, .... „path 2". GEIIIIL! :-) ... Okay, ich schieb’ die 3. Überraschung gleich hinterher: von Nina Hagen war an diesem Abend nichts zu sehen und nichts zu hören. ... keine Ahnung, warum....

Fazit: Ohne Mittelteil wäre es ein perfekter Konzertabend gewesen.

Dienstag, 6. September 2005

damals,... vor drei Jahren

Nightwish + After Forever + Charon [6. September 2002, Berlin]

Am 6. September 02 lockte mich Nightwish in die Hauptstadt. Support spielten After Forever sowie Charon; beide Bands lernte ich erst an jenem Abend kennen, und letztere hat sich inzwischen in mein Herz gespielt.

Mit After Forever konnte ich nicht allzu viel anfangen. Das ohrenbetäubende, sirenenhafte Organ der Sängerin nervte mich schon nach kurzer Zeit; der Tieftöner, der viel zu selten zu Wort kam, konnte mich jedoch begeistern. Ein bisschen hatten die mich an Tristania erinnert.

Nightwish’s Auftritt lässt sich in einem Wort zusammenfassen: genial!!!

Ein paar Tage danach erfuhr ich, dass einige Konzertbesucher After Forever für Nightwish hielten und viel zu früh enttäuscht (wegen des angeblich knappen Sets) aus der Columbiahalle abgerauscht waren. Also echt... wie doof kann man sein?


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