damals,... vor drei Jahren + acht Tagen

Björk + Peaches [23. Juni 2003, Berlin]

Dass das Konzert - schon allein wegen der Tatsache, dass es das einzige Björk-Konzi deutschlandweit (neben einem Abstecher beim Hurricane-Festival) in diesem Jahr sein sollte, etwas Besonderes sein würde, dachte ich mir, trotzdem hielt sich meine Vorfreude in Grenzen, weil mich die Musik der zierlichen Isländerin bisher nicht wirklich - im positiven Sinn - reizte.

Die Veranstaltung sollte um 20 Uhr in der alten Arena in Berlin-Treptow beginnen. A. und ich besuchten beide zum zweiten Mal (aber erst zum 1. Mal gemeinsam) ein Konzert in dieser relativ großen, schmucklosen Halle.
Angereist waren wir mit der S-Bahn, und während wir auf den Einlass zusteuerten, wimmelte es weit und breit nur so von Leuten, die unser Vorhaben teilten.
Kaum waren wir von dem Veranstalter-Personal abgefertigt worden, kleckerten die ersten Regentropfen vom grauen Düsterhimmel, der Minütchen vorher durch Blitze erhellt wurde. Die Leute, die nach uns die Arena betraten, waren klatschnass.

Bis zum Auftrittsbeginn des Support-Acts, Peaches, blieb uns wenig Zeit, welche dann (meinerseits) mit einem Gang zur Damentoilette und mit der Suche nach annehmbaren Stehplätzen überbrückt wurde.

Peaches hatte ich ‘mal bei einer Charlotte-Roche-Sendung „kennengelernt"; A. hatte den Überraschungsmoment auf seiner Seite. *ggg*

Was da 40 (45?) Minuten lang auf uns zurollen sollte, war kaum zu ertragen: Die (punk-rockige) Musik sowie ein Teil der Vocals kam vom Band. Alleinunterhalterin war eine durchgeknallte, nervende Tussi, die lasziv über die Bühne fegte, sich dabei ständig (so kam es mir vor) in hässliche Outfits zwängte, und eine - nach meinem (!) Geschmack - ätzende Singstimme mit dümmlichen Texten (inklusive „fuck", „motherfuckers", usw.) paarte.
Schon nach dem zweiten Song bat ich A. darum, mich zu erschießen. Wenn ich geahnt hätte, was noch auf mich draufzukommen würde, hätte ich’s selbst getan. ;-)
Als Peaches, mit einem Brechreiz verursachenden Badeanzug bekleidet, das Publikum mit „shake your dicks, shake your titts!" und entsprechenden Gesten zum Mitmachen animieren wollte (es misslang ihr!), hatte ihr Auftritt seinen absoluten Tiefpunkt erreicht. Zu Ende war er da dennoch nicht.
Einige Fans schien sie aber zu haben; in unserer Nähe zappelte sich ein Typ ununterbrochen die Seele aus dem Leib, und ab und zu waren Geklatsche und „Peaches, Peaches"-Rufe zu hören. Naja, echt nicht meines!

In der Pause trank ich einen Becher Apfelschorle und kehrte danach zu A. Standort zurück.

Mittlerweile war das Publikum total heiß auf Björk, die dann auch recht bald loslegte. Begleitet wurde sie durch ein kleines Orchester (Harfe, Violinen, Cello, ?, ?, ?,) und zwei „Turntablerockers", welche insgesamt für eine phantastische Klangkulisse sorgten.
Noch nie zuvor hatte ich einen solch brillanten Sound während eines Konzerts wahrgenommen; es war alles super-klasse eingestellt.... nicht bloß der Ton, sondern auch das Licht bzw. - später dann - die Pyro-Spielereien. :-)))

Angereichert wurde der visuelle Teil durch das gut-dosierte Einstreuen von atmosphärisch-chilligen Filmchen, die auf eine Leinwand geworfen wurden.

Zu Anfang wurden einige ruhige Songs (sicherlich vom Album „Vespertine", welches A. manchmal des Nachts auflegt, wenn ich zu Besuch bei ihm bin.... ratz-fatz pennt man dabei ein!) gespielt. Zwischendrin sorgten schnellere rockige oder Electro-Songs für mentale Auflockerung. Insgesamt eine gute set-list, denke ich ‘mal.

Irgendwann verschwand Björk, die eine wahrlich faszinierende Ausstrahlung hat (hab’ leider nicht so oft einen Blick auf die Kleine erhaschen können), von der Bühne und ließ sich nur noch 2x für jeweils eine Zugabe zurückrufen.

Den zahlreich erschienenen Fans hat’s gefallen und mir ebenso. Wäre Peaches nicht aufgetreten, gäbe es nichts zu meckern. ;-)

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